Für eine demokratische Hochschule

Wir treten ein für eine demokratisch verfasste Hochschule, an der sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden gleichermaßen an Entscheidungen und Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Eine Hochschule kann ihre Aufgabe für die ganze Gesellschaft nur erfüllen, wenn sie frei von Wirtschaftsinteressen und ausreichend staatlich finanziert ist. Wir lehnen weiterhin Studiengebühren ab; Bildung darf nicht abhängig gemacht werden von der ökonomischen Leistungsfähigkeit des Einzelnen.

Die gegenwärtige Praxis, durch Verknappung der Master-Studienplätze zu einer weiteren Selektion der Studierenden zu kommen, lehnen wir ab; wir fordern, dass alle Hamburger Bachelor-Absolventen, die einen Masterstudiengang absolvieren möchten, diesen auch in dem von ihnen bisher gewählten Studienfach beginnen können. Eine Begrenzung der Studienplätze lehnen wir ab.

Wir sind für die Abschaffung der Regelstudienzeit und äquivalente Regelungen an Hamburger Hochschulen. Einige Studiengänge haben diese und ähnlich strenge Regeln, wie etwa die Referenzsemesterregelung, bereits wieder abgeschafft, was wir für den richtigen Weg halten. Wir möchten auf diese Weise die Anzahl der erfolgreichen Studienabschlüsse an Hamburger Hochschulen steigern, wenn jeder in seinem individuellen Tempo zu studieren vermag.

Eine demokratische Hochschule ist auch eine Hochschule, die sich breiten Schichten öffnet. Wir fordern, dass sich die Hochschulen verstärkt der neuen Medien bedienen. Sogenannte Massive Open Online Courses (MOOC) bieten die Möglichkeit, weitere, bisher schwer erreichbare Bevölkerungsschichten an höhere Bildung heranzuführen. Wir fordern, an allen Hamburger Lehrstühlen ein attraktives Online-Kursangebot zu erstellen. Diese Angebote sollen zusätzlich Bildung ermöglichen; insbesondere sollen Lerninhalte bereitgestellt werden, die es dem Bürger ermöglichen, sich kundig an der Entwicklung der Stadt zu beteiligen. Beispiele wären Vorlesungen im Verwaltungsrecht, in der Stadtplanung, zu Verkehrsplanung und Energiethemen.

Mit Kindern leben

Wir treten ein für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu benötigen die Kinder flächendeckende, ausreichende Betreuungsangebote, wohnort- oder arbeitsplatznah, qualitativ hochwertig, auch für SchichtarbeiterInnen rund um die Uhr verfügbar und für alle Altersgruppen offen. Dies ist die Voraussetzung für eine positive Grundhaltung zur Familie, in der beide Eltern frei über ihren Lebensentwurf entscheiden können. „Betreuungsgeld“ lehnen wir ab.

Schule fürs Leben – leben in der Schule

Wir setzen uns dafür ein, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mehr in ein starres Klassen- und Jahrgangssystem gepresst werden, sondern in unterschiedlichen Geschwindigkeiten lernen können.

Zu Recht ist die Schule gebunden an demokratische Grundprinzipien. In der (Schul-)Praxis sollen die Schüler und Schülerinnen früh an (schul-)politischen Entscheidungen beteiligt werden, auch mit dem Ziel, der Politikverdrossenheit unter Jugendlichen vorzubeugen, kritisch mit extremistischem Gedankengut sich auseinandersetzen zu können und auf diese Weise demokratische Prinzipien und Werte zu schätzen zu lernen.

Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder an ausgewählten Grundschulen mindestens sechs Jahre gemeinsam lernen können, bevor sie auf eine weiterführende Schule wechseln. Dies soll in Kooperation mit Stadtteilschulen geschehen, wo ein reibungsloser Übergang auf eine weiterführende Schule gewährleistet wird. Bei Erfolg des Projektes soll die gemeinsame Lernzeit verlängert werden.

G8 ist Realität in Hamburg. Nicht Realität ist, dass flächendeckend der Lern- und Lehrstoff entsprechend reduziert wurde. Das wollen wir ändern. Auch sehen wir Bildung als Selbstzweck, daher darf die Schule sich nicht als Schnellzulieferer für die Wirtschaft verstehen. G9 muss möglich sein.

Kinder haben einen anderen Bio-Rhythmus als Erwachsene. Daher soll die Schule erst um 9 Uhr morgens beginnen. Nicht zu nachtschlafender Zeit.

An allen Schulen Hamburgs soll Medienkompetenz im Unterricht fachübergreifend verstärkt vermittelt werden. Das schließt die Grundschule ein und muss an Stadtteilschulen und Gymnasien vertieft und intensiviert werden. Hierzu gehört auch ein vertiefter informationstechnischer Unterricht. Fachlehrer sind durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen umfassend und regelmäßig zu qualifizieren.

Wir fordern kleinere Klassen!

Förderung der Auszubildenden

Die Piratenpartei Hamburg fordert die Schaffung eines Auszubildendenwerks, welches sich um die Belange der Azubis kümmert. Darunter fallen die Vermittlung von Wohnungen, die Förderung des Austauschs untereinander, Kooperation mit Vereinen, bspw. Sportvereinen, und die Beratung bei finanziellen und Ausbildungsproblemen sowie eine umfassende pädagogische Begleitung mit Nachhilfe-Angeboten.

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